Ich habe bereits in einigen Artikeln erwähnt wie wichtig im Fall der Fälle ein Backup sein kann.
Auf der einen Seite ist ein Linux System schnell installiert, auf der anderen Seite nimmt die Konfiguration oftmals deutlich mehr Zeit in Anspruch.
Mit einem Backup der Konfigurationsdateien lässt sich die Zeit beim Wiederherstellen eines Systems deutlich minimieren. Ganz zu schweigen davon, dass bei einem Hardwaredefekt gegebenenfalls wichtige Dateien verloren sind.
Durch einen Artikel in einer Fachzeitschrift bin ich auf  ein Programm namens KUP Backup aufmerksam geworden.
Vorher hatte ich verschiedene Programme andere Programme im Einsatz.

 

 

Backuplösungen für Linux

Grundsätzlich habe ich mit den folgenden Programmen gute Erfahrungen gemacht:

  • FreeFileSync (gibt es momentan nur als fertiges DEB Paket)
  • BackInTime (in den Paketquellen von Kubuntu)
  • Luckybackup (ebenfalls in den Kubuntu Quellen)

Alle Programme lassen sich per Cronjob starten. Bei Luckybackup und BackInTime lässt sich der entsprechende Eintrag in die Crontab bequem über die Oberfläche generieren.
Bei FreeFileSync ist etwas manueller Aufwand nötig, in der Programmhilfe ist beschrieben wie der Eintrag aussehen muss.
Von da an werden die Backups automatisch erstellt und ihr habt keinerlei Aufwand mehr. Vorausgesetzt der Rechner läuft zum angegebenen Zeitpunkt.
Leider ist es nicht möglich per Cron einzustellen, dass Backup in einem solchen Fall beim nächsten Rechnerstart neu durchzuführen.

Integration ins Betriebssystem

Alle drei erwähnten Backuplösungen sind eigenständige Programme und klinken sich an keiner Stelle ins Betriebssystem bzw. die Oberfläche ein.
Optisch finde ich die Oberflächen von FreeFileSync und Luckybackup gewöhnungsbedürftig, was der Funktionalität aber keinen Abbruch tut.
KUP Backup integriert sich dagegen in die Systemeinstellungen.
Dort ist nach der Installation der Punkt 'Datensicherungen' zu finden.

KUP Backup Installation

Leider ist KUP nicht in den Kubuntu Quellen vorhanden. Allerdings gibt es ein fertiges DEB Paket welches dann installiert werden kann.
Alternativ kann hier das ppa hinzugefügt werden.

Danach geht es an die Konfiguration.

Backup Methoden

KUP Backup bietet zwei Möglichkeiten zur Sicherung an:

  • Eine Synchronisation mittels rsync
  • Eine versionsbasierte Sicherung mittels bup

Solltet im Backend lediglich die Synchronisation aktiv sein dann liegt das am fehlenden Paket 'bup'.

Besonders gefällt mir das automatische zeitgesteuerte Erstellen von Backups. Im Gegensatz zu den oben genannten Programmen erfolgt die Zeitplanung nicht via Cron.
KUP prüft den Zeitraum seit dem letzten Backup. Ist dieser grösser als die eingestellte Planung wird ein neues Backup gestartet.
Mit dieser Methode ist es also völlig egal ob der Rechner einmal längere Zeit aus war.
Hierzu bedient sich das Programm eines Dienstes der beim Rechnerstart mitgestartet wird.

Ausser dieser Methode bietet das Programm noch weitere Optionen der Backupplanung an. So ist es beispielsweise auch möglich nach einer gewissen Nutzungsdauer ein Backup anzustossen.
Als Clou kann das Backup auch beim Einstecken eines USB Sticks oder beim Anschluss einer externen Festplatte aktiviert werden.

Meine Backup Strategie

Die Sicherungen landen bei mir grundsätzlich auf einer separaten Festplatte.
Da KUP Backup mehrere Sicherungssätze unterstützt fahre ich derzeit zweigleisig.
Ein Sicherungssatz synchronisiert die Daten 1:1. Ein weiterer Satz führt die Sicherungen versionsbasiert durch.

Da zumindest für mich die Oberfläche des Programms sehr strukturiert und logisch wirkt ist das Erstellen von Sicherungssätzen kein wirkliches Problem.

Das einzige was mich wundert:
Warum ist das Programm nicht in den Paketquellen vorhanden?
Für mich ist KUP eine der besten und einfachsten Backuplösungen die ich bisher im Einsatz hatte.