Mint KDE 18.1

Lembeck im Januar 2015.
Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Nachdem ich nun etwas länger mit dem Cinnamon Desktop unterwegs war, habe ich mich einmal etwas näher mit  Linux Mint KDE und Kubuntu  beschäftigt.
Grundsätzlich ist das Testen einer Linux Edition eine sehr einfache Sache.
Image herunterladen, auf einen USB Stick bzw. DVD brennen und den Rechner vom Stick/DVD booten.
Ohne Änderungen am installierten Betriebssystem könnt Ihr so nach Herzenslust testen ob Euch das neue System zusagt.

Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad ganz hervorragend, sobald ihr allerdings eine bestimmte Anwendung im Echtbetrieb testen möchtet führt an einer echten Installation kein Weg vorbei.
Insbesondere wenn es beim Test der Live DVD zu Grafikfehlern kommt (siehe unten) wird es schwierig das System auf Tauglichkeit zu bewerten.

Kubuntu 16.10

Meine Tests begannen mit der derzeit aktuellen Kubuntu Version 16.10.
Ich habe mich hierbei gegen die LTS Version 16.04. entschieden um besser beurteilen zu können was mit an aktuellen Programmen bei Mint KDE fehlt.
(Mint basiert auf der LTS Version 16.04.)

Nach dem Starten vom USB Stick erwarteten mich leider einige Grafikfehler  z.B. bei DropDown Menüs). Dies hätte sich durch Setzen eines entsprechenden Bootparameters wahrscheinlich beheben lassen, ich habe mich allerdings für eine Installation entschieden.
Selbige lief dann problemlos durch und nach Abschluss der Installation waren auch die Grafikfehler verschwunden.
Das System lief bei mir völlig stabil nachdem ich einige kleine Unschönheiten beseitigt hatte.
So verweigerte der Akonadi Dienst den Start weil ein Verzeichnis fehlte.
Die Suche in Kmail funktionierte ebenfalls nicht out of the box.
All das lässt sich zwar problemlos beheben, kostet allerdings Zeit bei der Einrichtung des Systems.
Alles in allem war ich mit der Einrichtung dann einen vollen Tag beschäftigt.

Danach lief das System ohne weitere Probleme durch.

Was sicher subjektiv ist:
Die Muon Paketverwaltung und das Softwarecenter (Discovery) gefielen mir nicht wirklich.

Linux Mint KDE 18.1

Mitten in meinen Kubuntu Test rauschte dann die Ankündigung, dass Linux Mint KDE 18.1 erschienen ist.
Da konnte ich nicht widerstehen und habe mir das zunächst anhand der Live DVD angeschaut.
Erfreulicherweise gab es die oben erwähnten Grafikfehler hier nicht.

Die Installation lief ebenfalls problemlos und gefühlt schneller als bei Kubuntu durch.

Optisch unterscheidet sich Mint nach dem ersten Start nur minimal von Kubuntu.
Es wird eine leicht abgeänderte Version des Breeze Themes und das Mint typische Hintergrundbild genutzt.

Der Akonadi Dienst startet hier ohne Probleme. Offenbar haben die Mint Entwickler den ein oder anderen Fehler beseitigt.
Sicher nichts Grossartiges sondern eher eine Ansammlung von Kleinigkeiten.
Am Ende des Tages haben diese Kleinigkeiten allerdings dafür gesorgt, dass mein System nach einem halben Tag fertig konfiguriert war.

Das Mint auf der 16.04. LTS Version von Ubuntu aufsetzt hat auf der einen Seite Vorteile bei der Stabilität.
Auf der anderen Seite geht dies je nach eingesetzten Anwendungen ggf. auf Kosten der Aktualität.

Zwei Beispiele hierzu wären:
Digikam in der aktuellen Version  liess (über das ppa philip5/extr4a) liess sich nur nach Hinzufügen eines weiteren ppa’s (philip5/kubuntu-backports)installieren,.
Dieser zusätzlich Schritt war unter Kubuntu nicht nötig.

Krita 3.1. lässt sich nicht per ppa installieren – hierzu ist ein Ubuntu 16.10. oder neuer nötig.
Das Appimage läuft dafür problemlos auch unter Mint 18.

Übrigens: Wer die ppa’s bei Digikam scheut kann sich auch das entsprechende Appimage herunterladen.
Dies läuft ebenfalls problemlos.

Fazit

Ich kann an dieser Stelle keine eindeutige Empfehlung aussprechen. Mit beiden KDE Editionen macht Ihr nichts verkehrt.

Hier gilt es abzuwägen ob ihr das Risiko von Instabilität in Kauf nehmt, gerne selber konfiguriert und dafür die aktuellsten Versionen habt.
In diesem Fall wäre Kubuntu die erste Wahl.

Oder legt ihr mehr Wert auf ein stabiles System bei dem bereits einige Fehler von den Entwicklern beseitigt wurden und welches sich ‚out of the box‘ etwas besser anfühlt als das vermeintliche Original.
In diesem Fall solltet Ihr zu Linux Mint greifen.

Bei meinen Recherchen habe ich einen interessanten Artikel gefunden der die Sache auf den Punkt bringt:
Mit Mint KDE erhaltet Ihr ein poliertes Kubuntu mit einer leckeren Sosse oben drauf.
Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Ich persönlich bin mir selber nicht ganz sicher ob ich mittelfristig nicht wieder auf Kubuntu wechsle – zumal ich die Fehler ja nun kenne.
Da wäre dann die Devise: Warum die Kopie nutzen wenn man das Original haben kann :-)

Mehr Informationen zu Linux gibt es hier.

Ralf

Jahrgang 1962, lebt mit Frau, Katzen und Hund an der Grenze Münsterland / Ruhrgebeit.

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