Kubuntu 16.10

Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Wie an anderer Stelle angedeutet war ich mir nicht ganz sicher ob ich bei Linux Mint KDE 18.1 bleiben würde.
Auf der einen Seite läuft Mint KDE out of the box hervorragend und es sind kaum Anpassungen notwendig.
Auf der anderen Seite sind die Abweichungen zum ‚Original‘ nicht wirklich gross.
Zumindest sind diese nicht so deutlich wie bei der Cinnamon Edition.

Einige Unterschiede

Die in Cinnamon eingeführten X-Apps habe ich in Mint KDE nicht gefunden.
Einzig der Startmedienersteller und das Softwarecenter kommen Mint typisch daher.
Im Gegensatz zu Kubuntu ist hier Synaptic als Paketmanager und nicht Muon installiert.
Abweichungen gibt es ebenfalls in der Vorauswahl der installierten Software. So ist beispielsweise bei Mint der VLC Player vorinstalliert.
Das Standard Desktop Theme ist eine minimal abgewandlete Version des Breeze Themes.
Ansonsten bleibt eigentlich nur der Standard Bildschirmhintergrund.
Alles in allem also eher Kleinigkeiten.

Am auffälligsten ist, dass die Kubuntu Backports standardmässig aktiviert sind. Was dann auch der Grund dafür ist warum in Mint (Stand Febrauar 2017) Plasma in der Version 5.8.5 daherkommt.
Sobald ich in Kubuntu die Backports einbinde steht der aktuelle Plasma Desktop auch dort zur Verfügung.

Aufgrund dieser nur kleinen Abweichungen habe ich mich entschlossen einmal das vermeintliche Original zu installieren.

Kubuntu 16.10

Von leichten Grafikproblemen mit der Live DVD abgesehen läuft die Installation problemlos durch und unterscheidet sich so gut wie nicht von der Mint Installation.
Nach etwa 20 Minuten startet die Kiste mit einem frisch installierten Kubuntu.

Genau hier fallen dann auch zwei Unterschiede auf:
Trotzt Installation in deutscher Sprache ist das Tastaturlayout erst einmal amerikanisch.
Ein Y ist also ein Z etc.
Das lässt sich über die Tastatureinstellungen mit einem Klick ändern.

Ebenfalls nicht standardmässig aktiviert ist der Shortcut zum Neustart des X-Servers mittels ctrl+alt+backspace.
Auch das lässt sich mit 1-2 Klicks über die Tastatureinstellungen ändern.

Was geht?

Bei Kubuntu 16.10 handelt es sich nicht um die LTS Version (16.04) sondern um ein sogenanntes Rolling Release werkelt hier der Kernel 4.8x und nicht der 4.4x.
Unterschiede habe ich bisher nicht feststellen können.
Auffälliger und für mich mit die Hauptgründe es einmal mit dem Original zu versuchen sind:

  • Digikam 5 liess sich nach dem Einbindes des ppa problemlos installieren
  • Gleiches gilt für Krita 3

Ob das Benutzen einer Nicht-LTS Version einmal auf Kosten der Stabilität geht wird sich zeigen.
Momentan läuft das Ding absolut rund.

Stabilität/Performance

Nach dem Einspielen aller Updates und der Aktualisierung auf Plasma 5.8.5 läuft das System absolut rund.
Offenbar hat sich in Sachen Stabilität bei Plasma in der aktuellen Version viel zum Besseren hin entwickelt.

Bei der Performance konnte ich bisher ebenfalls keine Unterschiede feststellen.
Gleiches gilt für die Bootdauer und den Speicherverbrauch.

Zu meinem aktuellen Setup:
4 Kern I7 mit 16GB RAM
Die Rootpartition ist auf einer 512GB SSD installiert. Die Home sowie die Swap Partition liegen auf einer zweiten SATA Platte.

An der Stelle kann ich sagen, dass das Arbeiten mit Plasma hier eindeutig Spass macht.
Ich kann nicht behaupten das KDE Plasma hier langsamer zu Werke geht als Cinnamon. Gefühlt tun sich beide Systeme da nichts.

Einstellmöglichkeiten

Die vielfältigen Einstellmöglichkeiten von KDE werden oft in einem Atemzug mit ‚Erschlagend‘ genannt.
Es gibt natürlich sehr viele Schrauben an denen man bei der Optik drehen kann, selbiges hat man aber nach ein paar Tagen raus.
Schönerweise haben fast alle Optionen einen ‚Voreinstellungen‘ Button mit dem sich das System auf die Standardwerte zurücksetzen lässt.

Mach mich Mint

Wenn Euch wie mir das optische Erscheinungsbild von Mint zusagt, dann werdet ihr eventuell versuchen Euer Kubuntu wie Mint aussehen zu lassen.
Dazu kann ich natürlich zwischen Live DVD und Echtsystem switchen oder ein Dual Boot einrichten.
Wesentlich einfacher geht das wenn Ihr Mint in einer virtuellen Maschine installiert.
Habt Ihr dann auch noch den Luxus von zwei Monitoren ist die Übernahme von Einstellungen kein grosser Akt, wenn Ihr das denn wollt.
Denn wie oben erwähnt, ist das Desktop Theme von Mint beinahe identisch mit dem Breeze Theme.

Zum Schluss

Am Ende bleibt der Eindruck das es sich bei Mint KDE 18.1 um ein Kubuntu 16.04 mit einem Mint Überzug  handelt.
Viel mehr Unterschiede gibt es nicht.

Oder wie ich an anderer Stelle gelesen habe:
Mint KDE ist ein Kubuntu mit einer grünen Tüte auf dem Kopf….

Umgekehrt – sofern Ihr aktuell Mint nutzt – könnt Ihr genauso Kubuntu in einer VM installieren.
Für mich die bessere Variante im Vergleich zu einer Live DVD.

Mehr Informationen zu Linux gibt es hier.

Ralf

Jahrgang 1962, lebt mit Frau, Katzen und Hund an der Grenze Münsterland / Ruhrgebeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich bin mit der Verarbeitung meiner übermittelten Daten einverstanden.